Saison 1954-1955
Trainer: Raymond Schwab

 

 Wie der WSV der 2 Liga das fürchten lehrte

Kurz vor Beginn der Saison wurden auch in Wuppertal die Stimmen der Skeptiker wieder lauter , die der Experten wieder skeptischer. Denn der WSV war noch ohne Trainer. Benraths Altinternationaler Karl Hohmann hatte seine Zusage wieder zurückgezogen . Ersatz allerdings fand sich schnell. Bester Ersatz. Raymond Schwab. Sohn einer Italienischen Mutter und eines Deutschen Vaters hieß der Mann, der das erste Wunder vom Zoo vollbrachte.
Der frühere Offenbacher und Duzfreund von Helmut Rahn regierte mit harter Hand und psychologischen Geschick. 

Und die Fusionself mit den Spielern:  

Wilhelm /Menze /Hosung /Piesker /Breuch/ Tack /Rothardt /Pelzer /Kirchstein /Oberhans/Michael/ Delvos/Makus/ und Werner

entpuppte sich wirklich als der Renner, den am allerwenigsten die Experten erwartet hatten. Am 15. August 1954 begann der Siegeszug des WSV mit einem 0:3 gegen Rheydt. Das erste Auswärtsspiel in Düren endete mit 2:2 Unentschieden. Mit diesen Erfolgen legte der WSV das Samenkorn in die Herzen der Wuppertaler Fußballfans. Dieses Korn ging schon beim nächsten Auswärtsspiel gegen Bottrop auf. 2000 Wuppertaler sahen zu, wie der WSV mit einem 2:2 einen Punkt entführte. Hier müssen wir kurz verweilen: 2000 Zuschauer begleiteten ihren WSV zu einem Auswärtsspiel, das setzte neue Maßstäbe. Man bedenke: das war 1954, weniger Autos, schlechtere Straßen, Mobilität wurde damals klein geschrieben. 2000 bis zu 10000 WE-ES-VAU-Rufer lehrte so manche Heimmannschaft das Fürchten, kurbelten die Rot-Blauen an, das man meinen konnte, ein Heimspiel auszutragen. Nach dem dann folgenden 4:1 gegen Erkenschwick im Stadion am Zoo glaubte die auswärtige Presse bereits an einen neuen Favoriten in der 2. Liga West: "Macht es der Schwab wie in Leverkusen?". Schwab machte es: 2:0 in Krefeld mit rund 7000 Wuppertaler Schlachtenbummlern, 10000 Wuppertaler erlebten das 2:2 in Oberhausen, nachdem die Kleeblätter bis 15 Minuten vor Schluss noch mit 2:0 geführt hatten. Etwa 35000 Fußball-Begeisterte erlebten im Stadion am Zoo mit dem 3:0 gegen Herten den WSV als unbesiegten Herbstmeister. Am Ende der Spielzeit steigt der Meister WSV mit 42:14 Punkten 65:27 Toren und sechs Punkten Vorsprung vor dem Zweiten Hamborn 07 in die Oberliga auf. 230000 Zuschauer hatten im heimischen Zoostadion diesen Erfolg des Raymond Schwab und seiner Mannen miterlebt. Einen Erfolg, der nicht zuletzt den Männern zuzuschreiben ist, die so engagiert an der Fusion gewerkelt hatten.



Tabelle 

1 WUPPERTALER SV 65:27 42-14
2 HAMBORN 07 61:32 36-20
3 VFB BOTTROP 58:36 35-21
4 SPVG HERTEN 50:43 35-21
5 ERKENSCHWICK 64:45 34-22
6 WATTENSCHEID 09 43:38 31-25
7 STV HORST EMSCHER 64:44 30-26
8 RW OBERHAUSEN 45:44 28-28
9 UNION KREFELD 55:48 27-29
10 RHEYDTER SV 48:54 26-30
11 SG DÜREN 99 41:45 25-31
12 RHEN.WÜRSELEN 47:56 25-31
13 TSV MARL HÜLS 51:59 24-32
14 VFL BENRATH 28:64 17-39
15 SPFR KATERNBERG 23:110 5-51

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