Saison 1955-1956
Trainer: Raymond Schwab
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WSV: Die Mannschaft  1955

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue Spieler durfte man anno 1955 nur drei ( und auch die nur zu einem bestimmten Stichtag) verpflichten.  Doch Raymond Schwab tat nur Glücksgriffe. Da war zunächst Horst Szymaniak (Spielvereinigung Erkenschwick) der nicht nur der größte WSV Spieler aller Zeiten wurde (mit Günter Pröpper) sondern auch als eines der begnadetsten Talenten im gesamten Deutschen Fußball bezeichnet werden konnte. Hinzu kam "Coppi" Beck der blonde Flügelflitzer aus St. Pauli, der auch einmal das Nationaltrikot getragen hatte. Dritter Mann war der schnelle schuss- und kopfballstarke Außenstürmer Theo Kolkenbrock vom VFB Bottrop. Mit Selbstbewusstsein ging man in die Oberligasaison und beendete sie mit einem großartigen 10. Platz.  Wer sich an die Saison erinnert, der muss einfach jenen 20 November 1955 erwähnen, als der Aufsteiger zum Deutschen Meister Rot Weiß Essen an die Hafenstraße fuhr. Helmut Rahn, Heinz Wewers, Penny Islacker oder Torhüter Herkenrath, das waren die Stars des zu Hause als unschlagbar geltenden Deutschen Meisters. Und für den WSV war eigentlich nur die Frage wie hoch man verlieren würde. Doch es kam alles anders, denn Beck und Kolkenbrock schossen den 2:0 Sieg für den WSV (und die bis heute bestehende Hass-Liebe war geboren) heraus, der damals ganz Fußball Deutschland aufhorchen ließ. Aber es gab natürlich auch saftige Packungen wie die Rekordniederlage bei Borussia Dortmund 1:9, das damals mit Ady Preissler, Michalek, Freddy Kelbassa, Heini Kwiatkowski und Helmut Bracht so gut besetzt war, dass der Nationalspieler Aki Schmidt sogar auf der Reservebank saß.

 

 


  Oberliga 1955: Der DFB in Aufruhr : Revolutionsversuche

Stürmen Deutschlands Rasenhelden in den Revolutionshimmel? Mit äußerster Unruhe sieht der bisher allgewaltige DFB der vom rotblonden Stürmer des Wuppertaler SV, Alfred "Coppi" Beck, im April '55 gegründeten Spielergewerkschaft "Deutscher Vertragsspieler-Bund" (DVB) entgegen.  Nicht die Abseitsregel oder ein neuer Abstiegsmodus beherrschen die Kicker-Köpfe, sondern Gedanken um soziale Absicherung und Selbstbestimmung! hatten bisher nur Nationalspieler und große Stars die Möglichkeit, sich als Wirte, Tabakladen oder Tankstellen-Besitzer das Portemonnaie auch nach der Arena-Laufbahn kräftig zu füllen, so beansprucht die DVB für die Zukunft einen guten Teil der Totogelder des DFB, um jedem altersschwachen oder invalidenreif getretenen Fußballer die Erstellung eines Eigenheims und ausreichende Mittel zum Existenzaufbau für das ballfreie Nachher zu ermöglichen.  Trotz des betont unpolitischen Charakters wird Becks "revolutionäre Vereinigung" von den traditionell hierarchisch denkenden Fußballern eher gemieden und bleibt so allenfalls ein frühes, wenn auch bemerkenswertes Beispiel visionärer Kräfte im Bereich der kickenden Rasenkultur. Ein ganz anderer Teufel scheint die Funktionäre des Westdeutschen Fußballverbandstages im Juli ' 55 zu reiten. Ihr wohl fehlgeleiteter aber trotzdem verwirrender Beschluss, die 2. Liga abzuschaffen, geistert plötzlich durch die Ligageschäftsstellen an Rhein und Ruhr und verschwindet erst im März '56 genauso kläglich, wie er ersonnen worden ist. Einziger Makel des DFB-Urteils, das die zwar unterklassigen, aber verbrieften Spielrechte der Zweitligavereine bestätigt: die auflösungswilligen Schreibtischtäter müssen das Verfahren nicht aus ihrer Privatschatulle bezahlen. Überhaupt ist es ein Jahr der Juristen: wo auch nur gemunkelt wird, beschäftigt man die Instanzen. Der Aachener Krämer, Schwarz-Weiß Essens Torwart Brehmer, Scheidt (Preußen Münster), Kallenborn (Hamborn 07). Jäckel (1.FC Köln)..., die Masse der Vereinsklagen gegen angeblich nicht genehmigte Kicker-Einsätze nimmt inflationäre Züge an. Selbst der höheren Gewalt eines harten Winters will man sich nicht ohnmächtig unterordnen. Die beim 1.FC Köln mit 2:3 unterlegenen Schalker erwägen den eisigen Zentimeterprotest: durch den Schnee soll die Torhöhe statt der geforderten 2,44 nur 2,37 Meter betragen haben! Erst als der Frühling naht, knospen wieder sportliche Legenden. Eine davon spielt am Dortmunder Borsigplatz und ist in der bewegten Oberligageschichte einmalig geblieben: am 26. Februar stellt Borussen-Trainer Helmut Schneider gegen die andere Borussia aus Mönchengladbach zum ersten Mal jene Elf auf, die in exakt der gleichen Besetzung die Deutschen Meistertitel der nächsten beiden Jahre holt.  Während die Standardelf Kwiatkowski, Burgsmüller, Sandmann, Schlebrowski, Michallek, Bracht, Peters, Preißler, Kelbassa, Niepieklo, Kapitulski das Endspiel '56 gegen den Karlsruher SC mit 4:2 gewinnt, setzt es am Tivoli eine Tränenflut, von der man noch heute spricht. Von einer bereits druckfrischen Sportzeitungs-Ausgabe schon als Endkunden-Teilnehmer gefeiert, verspielt die Alemannia am letzten Spieltag durch ein 0:0 gegen den Fast-Absteiger Westfalia Herne den sicher geglaubten zweiten Platz an die im Torverhältnis besser gestellten Schalker Knappen.


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Tabelle Oberliga West


1 BORUSSIA DORTMUND 78:36 45-15
2 FC SCHALKE 04 67:38
3 ALEMANNIA AACHEN 70:55 41-19
4 DUISBURGER SV 48:36 36-24
5 ROT WEISS ESSEN 59:45 36-24
6 FORTUNA DÜSSELDORF 55:48 36-24
7 1 FC KÖLN 59:48 32-28
8 SCHWARZ WEISS ESSEN 44:45 27-33
9 SV SODINGEN 44:49 27-33
10 WUPPERTALER SV 43:62 27-33
11 BOR M GLADBACH 60:70 26-34
12 PREUSSEN MÜNSTER 51:64 26-34
13 WESTF HERNE 51:60 24-36
14 PREUSSEN DELLBRÜCK 49:69 24-36
15 BAYER LEVERKUSEN 37:65 17-43
16 HAMBORN 07 45:70 15-45
 

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