Saison 1962-1963
Trainer: Robert Gebhard  
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Die Saison:   

Oberliga 1962: Wer kommt in den Fußball-Himmel?

Die letzte Oberligasaison hat eigentlich nur einen Namen: Bundesliga-Qualifikation. Alles schielt schon ein Jahr weiter. Vielleicht verabschieden sich deshalb die Nationalmannschaftskicker nach einer 0:1 Niederlage gegen Jugoslawien bereits im Viertelfinale von der Weltmeisterschaft in Chile. Auch über die schon zur Gewohnheit gewordene Düsseldorfer Endspielpleite im DFB-Pokal (1:2 gegen Nürnberg), die dritte nach dem Krieg, zetert man nur kurz. Schon länger bleibt dagegen Borussia Dortmund im Gespräch. Der BVB gewinnt zwar am ersten Spieltag gleich mit dem Rekordergebnis von 11:1 gegen den TSV Marl-Hüls, steht aber schon bald vor einem Rätsel namens   Sully" Peters. 

Der Borussen-Stürmer steigt im August '62 in ein Kasseler Feinkostgeschäft ein, wird prompt gefasst und gibt sich als Freddy Schulz aus, bevor er anhand seines Spielerpasses (!) identifiziert wird. Die gesamte Oberligawelt fragt sich aber: "Warum in Kassel?" Dunkle Hintermänner werden gesucht und nicht gefunden. Derweil versucht Peters' Verteidiger Bemerkenswertes: Sein schon vorbestrafter Mandant sei aufgrund einer im Endrundenspiel gegen den Hamburger SV (das war ,wohlgemerkt, im Sommer 1961!) erlittenen Verletzung "nicht im Besitze seiner geistigen Kräfte gewesen".
Kurios geht's auch in den Punktspielen zu. Als gelte es sich für die Eishockeybundesliga zu qualifizieren, schlägt Marl Hüls beim 6:2 gegen Oberhausen nun seinerseits zu, feiert die Kölner Viktoria Kantersiege gegen Herne (7:2), Düsseldorf (7:3) und Schalke (6:4), üben die Dortmunder beim 5:0 in Meiderich und 6:0 gegen Oberhausen den Dauerjubel.

Versucht der 1.FC Köln beim 6:0 gegen Oberhausen und 4:5 in Leverkusen den eindrucksvollen Beweis, dass nichts unmöglich ist. Dabei weiß eigentlich jeder um die letzte Chance, zittern alle hauptsächlich vor einer Entscheidung: wer kommt in den Fußballhimmel?
Nicht weniger als 40 Vereine beantragen die Aufnahme in die 16-er Bundesliga! Nur drei der insgesamt fünf teilnahmeberechtigten Westvereine wissen frühzeitig, dass sie dazugehören: der 1.FC Köln und Borussia Dortmund, die sich in diesem Jahr in einem rein westdeutschen Victoria-Finale gegenüberstehen, und Schalke 04. Wo ein sichtlich gelöster Spielausschussvorsitzender namens Ernst Kuzorra nach dem 4:6 bei Viktoria Köln die schwächste Hintermannschaft aller Spitzenclubs verteidigt:

"was heißt schon 24 Gegentore? Wir wollen doch wieder Fußball spielen und den Zuschauer etwas bieten." Der Rest der Liga allerdings muss schweigen und gewinnen. Dennoch ist bis kurz vor dem endgültigen Oberliga-Aus keine Entscheidung gefallen. Das liegt weniger an dem harten, so gut wie "unbespielbaren" Winter (der zum Beispiel dazu führt, dass Westfalia Herne dreieinhalb Monate ( ! ) lang kein einziges Heimspiel austrägt) als an der Tatsache, dass man beim DFB völlig im Trüben fischt. Die letzten zwölf, zehn oder fünf Jahre, wirtschaftliche oder sportliche Bilanzen, welches sind die Kriterien der chaotisch arbeitenden Bundesligakommission? Als man schließlich Preußen Münster und den Meidericher SV auswählt, ist besonders der "ewige" Oberligist Alemannia Aachen erbost. Doch dessen Protest wird erst abgewiesen, als die Bundesliga schon in die elfte Runde geht.


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