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Die Saison:
Sie
waren keineswegs die sicheren Favoriten dieser Saison. Chancen
wurden allenfalls Bundesligaabsteiger Preußen Münster, den in
der Aufstiegsrunde geschlagenen Teams aus Aachen und Wuppertal,
sogar den mit Roggensack, Erich, Walenciak, Kohn und Kirchner
stürmenden Bielefeldern eingeräumt.
Doch schon nach ein paar Spieltagen schwärmt alles in und um die
Regionalliga West, die um zwei Vereine auf 18 reduziert worden
ist, von dem neuen "Wundersturm" der Gladbacher Borussen.
Denn der legt los, als sei die gesamte Ligakonkurrenz nur Kanonenfutter.
Laumen (22), Heynckes (19), Rupp (22), Netzer (20) und Waddey
(18) scheinen alles in Grund und Boden zu spielen.
Nach 1 2 Spieltagen stehen die Schützlinge von Trainer Hennes
Weisweiler nach sechs Auswärtserfolgen hintereinander mit 22:2
Punkten und 41:12 Toren unangefochten an der Tabellenspitze. Und
jeder in der Westregion diskutiert nur noch über die Höhe des
nächsten Kantersieges.
Erstligareif auch die Mönchengladbacher Kulisse: 23.000 im Schnitt.
Ausgerechnet am 13. Spieltag aber erwischt es die damals noch
so genannten schwarzen Ulanen mit 0:2 auf dem Aachener Tivoli.
Die dort auftrumpfenden Alemannen bieten den Bökelberg - Buben
auch in der Folgezeit Paroli.
Erst am 24. Spieltag geben Jupp Martinelli & Co. den ersten
Heimpunkt ab. Ständig wechselt die Spitze zwischen den beiden
Teams. Auch wenn sich Rot - Weiß Oberhausen, Fortuna Düsseldorf
und Viktoria Köln zeitweise an die Führenden heranrobben, es bleibt
für sie nicht mehr als die Beobachterrolle übrig. Erst am vorletzten
Spieltag fällt die Entscheidung um Platz eins, als der Gladbacher
Wirbelsturm mit 5:2 auch die Essener Rotweißen durcheinander
wirbelt.
92 Tore stehen schließlich auf ihrer Habenseite, und
dass
trotz
der schon seit der letzten Saison praktizierten und heftig diskutierten
Mode des "Doppelstoppers". die vom früheren Trainer
der Schweizer Nationalmannschaft, Carl Rappen, erfundene Methode
( Sicherheit zuerst) wurde zunächst von Rudi Gutendorf
(Riegel-Rudi)
beim MSV Duisburg kopiert, bevor sie schließlich ihren lähmenden
Einzug in die Regionalliga West antrat.
Wie hatte sich doch Oberhausens Präsident Peter Maaßen schon Anfang
des Jahres über die Folgen dieser antrainierten Antikunst geäußert:
"Wir wollten schön spielen und unserem Publikum etwas zeigen.
Wir dachten, die anderen Mannschaften hätten mitgemacht, aber
dann stürmten wir nur gegen Gummiwände." Einen Riegel bekommen
auch die Vordenker einer neuen zweiten Bundesliga vorgeschoben.
Nachdem sich vor allem die Regionalliga-Vereine aus dem Westen
und Norden vehement gegen ein neuerliches Ligaexperiment ausgesprochen
hatten (Westtenor: "was sollen wir im Revier mit dem VfV
Hildesheim?"), lehnt auch der DFB-Beirat die Unterhausvariante
ab.
Außerdem müsse man, so die DFB-gewaltigen, zunächst mit der ersten
Bundesliga noch Erfahrungen sammeln. Diese sind in der Folgezeit
wahrlich nicht die besten, was der "Fall Hertha BSC",
wo die Spitze eines riesigen Eisbergs freigeschaufelt und unerlaubte
Handgeldsummen festgestellt wurden, im Frühjahr 1965 beweisen
sollte.
Natürlich wird auch in der Regionalliga West an allen finanziellen
Ecken und Kanten geschummelt, denn ohne illegale Transaktionen
führt nun mal kein Weg in den Fußballhimmel. Öffentlich zur Kenntnis
genommen wird das aber nur in Kassel. Der dortige Oberbürgermeister
Dr. Branner initiiert ein Treffen von Stadtspitzen sämtlicher
an der Regionalliga Süd beteiligten Kommunen.
Das Ziel dieser Tagung, den Clubs jede nur mögliche Hilfe zukommen
zu lassen, bleibt im Westen unkopiert.
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Tabelle
| 1 |
BOR
M GLADBACH |
92:39
|
52-16 |
| 2 |
ALEMANIA
AACHEN |
69:23
|
49-19 |
| 3 |
FORTUNA
DÜSSELDORF |
71:38 |
43-25 |
| 4 |
ROT
WEISS OBERHAUSEN |
55:35 |
42-26 |
| 5 |
ARMINIA
BIELEFELD |
68:52
|
39-29 |
| 6 |
WUPPERTALER
SV |
54:52 |
36-32 |
| 7 |
ROT
WEISS ESSEN |
56:53
|
34-34 |
| 8 |
PREUSSEN
MÜNSTER |
50:48 |
33-35 |
| 9 |
SCHWARZ
WEISS ESSEN |
58:59 |
33-35 |
| 10 |
VIKTORIA
KÖLN |
41:48 |
33-35 |
| 11 |
EINTR
DUISBURG |
41:53
|
32-36 |
| 12 |
WESTF
HERNE |
45:56
|
31-37 |
| 13 |
EINTR
GELSENKIRCHEN |
46:57 |
30-38 |
| 14 |
HAMBORN
07 |
49:68
|
29-39 |
| 15 |
TSV
MARL HÜLS |
36:59 |
28-40 |
| 16 |
BAYER
LEVERKUSEN |
48:55
|
26-42 |
| 17 |
HORST
EMSCHER |
33:79
|
22-46 |
| 18 |
HOMBERGER
SV |
24:62
|
20-48 |
|