Saison 1966-1967
Trainer: Alfred Preissler Addi Preisler
 Die Tabelle   Die Saison  Zum Menü


 

Die Saison:  

Kaum hat sich die Kicker - Nation von dem noch lange raus und rein diskutierten Wembleytor (mitsamt Linienrichter Tofik Bahkramow) ein wenig abgewandt, beginnt die Saison für die Westclubs mit alten und neuen Finanzproblemen. Nach den Gladbacher im Vorjahr fehlen mit den 66er-Aufsteigem Fortuna Düsseldorf und Rot - Weiß Essen die großen Kassenfüller.
Das große Kassierer - Koma bricht aus. Auf der Bielefelder Alm droht Arminia - Vorsitzender Paul Berghoff mit der Lizenzrückgabe, falls seine Mannschaft nicht mindestens Platz zwei erreicht. Dabei ist der Zuschauerdurchschnitt mit 6.000 Unentwegten gegenüber 4200 im Süden, nördlichen 3200 und südwestlichen 2800 noch spitze. Indiskutabel jedoch ist der Bielefelder Reform - Plan, es mit 36 Bundesliga Clubs in zwei Gruppen zu versuchen.
Als hätte man nicht schon Sorgen genug, erhebt sich um die Jahreswende ein bis dahin gänzlich unbekanntes Wesen: das Gespenst der National Professionell Soccer League geht um .Vertreter dieser im Gegensatz zur North - American Soccer League von der Fifa nicht anerkannten "wilden Liga" schwärmen in ganz Europa aus und schicken sich an, besonders den Clubs an Rhein und Ruhr die Spieler einfach unterm Trikothosenboden wegzukaufen. Noch laufende Verträge, Vereinsklagen oder Verbandssperren für die Spieler interessieren die US-Vermittler nicht.
Mit markigen Worten unterstreichen sie uralte Wildwest - Methoden: "Wir holen uns die Männer, die wir brauchen, auch ohne Freigabe und Ablösesumme." Schon zappeln neben Promi - Coach Rudi Gutendorf die Oberhausener Dieter Broszulat und Albert Eichholz sowie der Essener Schwarz - Weiße Dieter Perau (alle zu Phantom Pittsbourgh) an ihrer Dollar - Angel. Und das mitten in der Saison.
Niemand weiß, wer sich letztendlich noch für das Kicker - Entwicklungsland mit den unbegrenzten Finanzmöglichkeiten entscheidet. Im Gespräch sind u.a. die Oberhausener Kobluhn und Krauthausen, Hülsmann und Kracht von Schwarz-Weiß Essen sowie Glock und Banschewitz von Eintracht Gelsenkirchen. Immerhin locken jenseits des großen Teiches neben beträchtlichen Handgeldern noch mietfreie Wohnungen und ein Gehalt von 9.000 bis 15.000 Dollar im Jahr.
Für Spannung sorgt auch die Regionalliga selbst, und zwar sportlich. Eine in der Folgezeit sehr ausgeglichene Saison beginnt gleich mit Überraschungen. Während der hohe Favorit Wuppertaler SV nach sieben Spieltagen die "rote Laterne" fest in beiden Händen hält, steht Liganeuling SSV Hagen, neben dem VFL Bochum bis dahin allein noch ungeschlagen ,mit 11:3 Punkten an der Tabellenspitze. So sehr man sich am Tradition -reichen Höing auch darüber freut, der Hagener Höhenflug bleibt nur Episode.
Am Ende trennen die "Adler" gerade mal zwei Punkte von einem Abstiegsplatz. Für die Pole - Position der Liga beginnt danach die Zeit des Wechsels. Hamborn 07, Alemannia Aachen, Halbzeitmeister Arminia Bielefeld mit dem späteren Liga-Torschützenkönig Ernst Kuster, und Schwarz - Weiß Essen, das Team mit den wenigsten Gegentoren, lösen sich bei der Führungsarbeit ab und bilden zusammen mit Rot - Weiß Oberhausen und dem aufstrebenden VFL Bochum ein Sextett mit Titelhoffnungen.
Entschieden wird das Rennen erst am letzten Spieltag, als die Arminen sich mit einem 0:1 beim Wuppertaler SV von der Aufstiegsrunde (nicht aber von der Ligabühne ! ) verabschieden, und die Uhlenkrug - Kicker nach neun Wochen Spitzenkost mit einem müden 0:0 gegen Hagen den Aachener "Kartoffelkäfern" (4:0 gegen Eintracht Duisburg) die Meisterschaft servieren.


   Zurück zur Auswahl

RETURN