Saison 1967-1968
Trainer: Alfred Preissler / Kuno Klötzer ....
  Die Tabelle  Zum Menü


 

Die Saison:   

Novitäten, Regeländerungen und Prophezeiungen: Rund um die Regionalliga gibt es schon zu Saisonbeginn jede Menge Stoff für Thekensprüche und Stehplatzdebatten. Beim VFL Bochum, dem letztjährigen Vierten, liest Altstar und Neutrainer Hermann Eppenhoff zuvor vom Erstligisten MSV Duisburg überraschend geschasst, aus dem Kicker-Kaffeesatz: "Ich habe einen Zweijahresvertrag abgeschlossen. In dieser Zeit wollen wir den Bundesligaaufstieg schaffen." Tatsächlich legt der Ex-Schalker in dieser Saison den Grundstein für eine erfolgreiche VFL-Zukunft.
Am Ligaende zwar nur auf Platz fünf, erreichen die Mannen von der Castroper Straße - noch ohne Torkanone Walitza - sensationell das Pokalfinale (1:4 gegen den 1 . FC Köln). und Eppenhoffs Spruch? der wird im darauffolgenden Jahr fast Wirklichkeit.
Nur das schlechtere Torverhältnis verhindert die Teilnahme an der Aufstiegsrunde und schmälert Hermanns Prophetenehre. Gleich nebenan, noch in der Verbandsliga Westfalen Gruppe zwei, lebt man ebenfalls mit Verkündigungen. Klaus Steilmann, 37 jähriger Fachmann für Wäsche und Finanzen, bestückt seine Wattenscheider Bekleidungsfabrik mit ausgesuchten Rasenkönnern.
Mit viel Zeit fürs grüne Rechteck soll das von Hubert Schieth geleitete Textilteam den Regionalliga-Aufstieg schaffen. Auch hier liegt man knapp (um ein Jahr) daneben. Steilmanns großer Gegenspieler der kommenden Jahre, Jean Löring, ist mit seiner Kölner Fortuna schon in dieser Saison dabei.
Als Mäzen, Präsident und Stopper (im Spiel gegen
Rot Weiß
Essen sogar als Ersatztorhüter) trägt der erst 33 jährige Alleinunterhalter wesentlich zum knappen kölschen Klassenerhalt im ersten Jahr Regionalliga bei. Mehr auf Aufgabenteilung setzt man bei Rotweiss Oberhausen.
Obwohl auch dort mit "Präsi" Peter Maaßen der einsame Mann an der Spitze sitzt, geht es im Detail schon moderner zu. Als erster Club aller Regionalligen leistet man sich am Niederrheinstadion mit dem früheren ungarischen Nationalspieler Nandor Lengyel einen technischen Direktor.
Bei soviel Vereinsnovitäten will natürlich auch der DFB nicht zurückstehen, auch wenn auf dem 19. Nachkriegsbundestag die Einführung der Zweiten Bundesliga wieder einmal abgelehnt wird. Dafür beginnt die Zeit des Jokers: Nicht elf, sondern zwölf Freunde sollt ihr sein, heißt es in den Stadien der Liga. Ab dieser Saison gilt die Einwechselung einer frischen Kraft, wenn ein Kicker verletzt den Platz verlassen
muss.
Nur wann ist ein Spieler tatsächlich spielunfähig? Laut Funktionärsgesetz
muss der Tatbestand zwischen Muskelriss und Bänderdehnung "von einem Angehörigen des betroffenen Vereins festgestellt werden", auf dem Platz aber toben von nun an die Ränge. Protestgeschrei, wenn die "erhebliche" Verletzung nicht deutlich sichtbar ist, hämisches Lachen, wenn ein offensichtlich unter Form spielender Akteur plötzlich zu hinken beginnt. Doch damit der Schmährufe nicht genug. Denn auch die Wege der Keeper sind kürzer geworden.
Die neue "Vier Schritte-Regel" sorgt für mehr Aufmerksamkeit beim Abschlag und den Saisonschrei: "Fünf Schritte!" Am wenigsten Zündstoff bietet eigentlich die Liga selbst. Schon früh erklimmt der spätere Meister Bayer Leverkusen die Spitze und
lässt
zusammen mit den Rotweißen aus Essen und Oberhausen den Rest mit Abstand hinter sich.
Zwischen diesen drei führenden Teams bleibt es allerdings bis zum endgültigen Schlußpfiff
spannend. Vor dem Saisonfinale noch vorne, verspielen die Kleeblätter durch ein unglückliches 0:1 an der Essener Hafenstraße die schon sicher geglaubte Aufstiegsrunde, in der später dann Bayer Leverkusen und Rot Weiß Essen scheitern sollten.


   Zurück zur Auswahl

RETURN