Saison 1968-1969
Trainer: Kuno Klötzer / Horst Butz ....
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Die Saison:  

"Männer, duftet besser", heißt es aus Frankfurt. Doch nicht etwa aus der DFB-Zentrale, wo es seit eh und je diesen unnachahmlichen Funktionärsmief zu ertragen gilt, sondern von einer der größten Körperpflegemittel-Firmen des Landes. 89 Prozent der Männer, so eine Untersuchung, sollen noch kein Deo benutzen.
Abgeholfen soll dem schweißigen Umstand durch das Werbemittel Fußball. Zum "Schnupperkurs" wird Ligateams ein Dreimonats Test vom Deo-Stick bis zur Preshavelotion angeboten.
Auch die Preisgestaltung nimmt Anleihe von bundesdeutschen Kickerplätzen: Eine Normal Dose Duftspray soll nicht mehr kosten als eine Stehplatzkarte. Nötiger denn je scheint der frische Wind am Aachener Tivoli gebraucht zu werden. Jedenfalls stickt folgender Eklat bis weit über die Stadtgrenzen hinaus:
Ein Kriegsdienstverweigerer und Ersatzdienstleistender will bei der Alemannia das allgemein gültige Recht auf eine für Soldaten verbilligte Eintrittskarte wahrnehmen und wird abgewiesen.
Er beschwert sich und weist auf die gesetzlich garantierte Gleichstellung zwischen Wehr- und Ersatzdienst hin. Die Antwort kommt von Aachens Clubpräsident Leo Führen und lautet ebenso knapp wie kompromittierend: "unser Kartenkontrolleur hat unsere vollste Unterstützung.
Nur die Leute, die das graue Ehrenkleid unserer Wehrmacht ( ! ) tragen, sollen in den Genuss unseres Vorzugspreises gelangen." Vom Statement eines Ewiggestrigen zum Fall der Mauer. Eine von Degenhard Wolf, seines Zeichens Vorsitzender des DFB- Schiedsrichterausschusses, initiierte "Bewegung" will die Abseitsregel beim Freistoß aufheben.
"Dann könnten sich die Angreifer hinter die Mauer stellen und müssen gedeckt werden." Zweifellos ein schwieriges Mauerverhalten, das von Degenhard sogar der Fifa vorgeschlagen werden soll. Einer geht sogar noch weiter. Braunschweigs Coach Johannsen über die geheimen Eintracht-Lektionen: "Ich bin seit eh und je gegen das abseits überhaupt. Wir haben bereits die Möglichkeiten im Training durchprobiert." Dass abseits nicht alles bedeutet, soll in Zukunft auch für die Linienrichter in deutschen Stadien gelten.
Diskutiert wird das passive Verhalten der Männer an der Seitenlinie nach dem Motto: Out sind die "Ausball und Abseits-Winker", gefragt ist der mitdenkende und -entscheidende Linesman. Es muss ja nicht jeder ein Bachramow sein! Nach Abwinken ist auch dem VFL. Bochum anlässlich des Saisonfinishs zumute.
Noch zur Ligahalbzeit liegen die Castroper Jungs vorne. Zwei Punkte dahinter Rotweiß Oberhausen und gar mit vier Zählern Abstand Rotweiß Essen und die seit 13 Spielen ungeschlagenen Wuppertaler. Dann folgt im 21 . Spiel das sensationelle 2:1 der Lüner gegen den Spitzenreiter. Eine Niederlage, die die zudem noch durch zahlreiche Verletzte gehandikapten Eppenhoff Buben zu lähmen scheint, dem in den darauffolgenden Wochen setzt es weitere Schlappen gegen Münster (2:3) und RW Essen (1:2). der VFL.
Verliert die Spitze an die Oberhausener, die danach unangefochten von dannen ziehen, bleibt aber bis zum 28. Spieltag trotz eines 1:3 gegen Fortuna Düsseldorf mit drei Punkten Vorsprung wenigstens Tabellenzweiter. Nach einem erneuten Debakel (0:2 gegen den Drittletzten Marl-Hüls) wird's spannend.
Die Verfolger Rotweiß Essen und Düsseldorf sitzen dem VFL im Nacken. Der Drei Kampf wird zu einem Duell, als sich die wiedererstarkte Fortuna nach 17 Spielen ohne Niederlage mit einem 0:3 an der Essener Hafenstraße von ihren "Aufstiegssorgen" verabschieden muss.
Drei Spieltage vor Schluss ist es dann soweit: RW Essen übernimmt Rang zwei durch das bessere Torverhältnis und verteidigt den Aufstiegsrundenplatz schließlich mit dem Minimalvorsprung von 2,88 zu 2,38 Toren.


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