Saison 1968-1969
Trainer: Horst Butz ....
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Die Saison:  

"Es ist nicht gerade die aufsehenerregendste Regionalliga Saison. Fußball - Deutschland fiebert eigentlich nur der WM in Mexiko entgegen. Andererseits werden, auch in der Regionalliga, Erkenntnisse beklagt, die aus England kommen.
Stichwort Nettospielzeit: der Ball rollt während der sogenannten 90 Minuten höchstens 60 Zählerumdrehungen übers Spielfeld. Mit dazu bei trägt die langatmige Reform des Mauerbaus: Dem Freistoßschützen wird ein Loch in der Mauer angeboten.
Damit soll der Keeper den Ball nicht aus den Augen verlieren und gleichzeitig die Gefahr des Effetschusses vermindert werden. In dieser Saison jedoch ist man schon froh, wenn es überhaupt zum Anstoß kommt.
Ein überlanger Winter
lässt
Dutzende von Begegnungen ausfallen. Und wenn gespielt wird, erinnert man sich noch heute an "die Schlammspiele". Ende Februar soll der Westen eigentlich schon in Runde 24 sein, doch die meisten Clubs ackern erst die 2 1 . Begegnung herunter Preußen Münster darf gar erst zum 18. Malauflaufen.
Der geeignete Zeitpunkt für eine scheinbar revolutionäre Neuerung. Die von DFB, Bund und Ländern offiziell geprüfte Spielplatzvariante heißt "Astroturf: Ein Nylonbelag, der weder Schnee noch Eiszeit kennt, soll den allgemeinen Spielbetrieb retten. Doch die Idee bleibt Theorie, die kosten von 1,2 Millionen Mark pro Anlage sind zu hoch. Schade um den eindrucksvollen Namen! in der Regionalliga beginnt das erste von zwei Bochumer Meisterjahren, gerade für die VFL-Fans, irritierend. Nicht das hochgestellte Eppenhoff Team, sondern der kleine Nachbar von der Lohrheide steht nach sechs Spieltagen an der Spitze. Neuling Wattenscheid 09 scheint unter Trainer Hubert Schieth zu jeder Sensation fähig, auch der Wuppertaler SV
muss das erkennen und sich mit 1:2 erstmals in der Saison geschlagen geben.
Erst nach dem siebten Wochenende gelingt es dem VFL die erwartete Rangfolge wieder herzustellen. Mit 23 Spielen ohne Niederlage und 40:6 Punkten setzen sich die Meisterschaftsfavoriten danach eindrucksvoll durch und führen die Tabelle zeitweise mit sechs Punkten Vorsprung an. Die große Überraschung dieser Saison aber ist der Lüner SV. Kontinuierlich arbeitet sich die Mannschaft von Trainer Herbert Eiteljörge an die Spitzengruppe heran und mausert sich dabei zum absoluten "Entzauberungskünstler". Nach und nach werden der Wuppertaler SV(2:1),Arminia Bielefeld(2:1 auf der Alm), Schwarz-Weiß Essen (1:1) und sogar der führende VFL ( 1:1 und 3:1 in Bochum) mit unerwarteten Punktverlusten vom Rasen geschickt. In Bielefeld versucht man es nach der Niederlage gegen die Lüner mit einem Trainerwechsel. Für den unglücklichen Hans Wendlandt kommt der 39 jährige Egon Piechaczek, der in der letzten Saison als Trainer des 1. FC Kaiserslautern immerhin schon Bundesligaerfahrung sammelte und den Alm-Express mit Torjäger Ernst Kuster am 29. Spieltag sogar ganz nach vorne bringt. Verantwortlich für den Wechsel an der Tabellenspitze ist allerdings wieder einmal die obligatorische "Auszeit" des VFL Bochum.
Innerhalb weniger Wochen verlieren die Mannen um Routinier "Eia" Krämer drei Begegnungen, machen die Aufstiegsfrage noch mal spannend und dürfen nicht zuletzt dank ihres überragenden Goalgetters Hans Walitza erst am letzten Spieltag die ersehnte Meisterschaft feiern. Diese freilich war von der am Ende zweitplazierten Bielefelder Armina gar nicht angestrebt worden, weil ausgerechnet auf den Westersten in der Aufstiegsrunde die scheinbar übermächtigen Offenbacher Kickers warteten.
Man verlor das letzte Spiel in Leverkusen und rechnete richtig: während die Bielefelder Ende Juni den Bundesliga Aufstieg klar machten, scheiterten die Schützlinge von Hermann Eppenhoff am Favoriten vom Bieberer Berg.


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